Jusos Mülheim an der Ruhr

Ruhrbrücke nach Radpionierin benennen

Pressemitteilung, 12.03.2019

Den Vorschlag, die ehemalige Eisenbahnbrücke über die Ruhr in der Mülheimer Innenstadt nach Helmut Kohl zu benennen, sehen die Jusos Mülheim kritisch.

„Mülheimer Straßen, Plätze und Brücken tragen, soweit sie nach Menschen benannt sind, vornehmlich den Namen von Männern“, stellt die Vorsitzende Laura Libera fest. Der Ratsausschuss für Gleichstellung habe dies schon 2011 kritisch zur Kenntnis nehmen müssen und beschlossen, dass künftig ein größeres Augenmerk auf die Repräsentanz von Frauennamen im Stadtbild gelegt werden solle.

Vor diesem Hintergrund seien Vorschläge, die Brücke nach ehemaligen Bundeskanzlern zu benennen, schwer nachvollziehbar. „Auch wenn man bedenkt, dass die Brücke als Teil des RS 1 gerade dem Radverkehr gewidmet ist, fehlt ein Bezug zu Helmut Kohl“, findet auch Vorstandsmitglied Patrick Schultz.

Daher schlagen die Jusos im Monat des Weltfrauentags vor, die Brücke stattdessen nach einer Pionierin der Radgeschichte zu benennen. „In Betracht kommen zum Beispiel Annie Londonderry, die 1894/95 als erste Frau auf dem Fahrrad die Erde umrundete, oder auch die Neisserin Frau Schneider, die 1883 begann, über alle Fortschrittsfeindlichkeit und gesellschaftlichen Sexismus hinweg, als erste bekannte deutsche Frau Fahrrad zu fahren und sich bis ins hohe Alter im Radsport engagierte“, so Libera weiter.

So könne man die Bedeutung des RS 1 für den Radverkehr unterstreichen und gleichzeitig einen Schritt hin zur besseren Sichtbarkeit historisch bedeutsamer Frauen im Stadtbild machen.